Geschichte der Klostermühle und Wasserburg Schune

 

In unmittelbaren Nachbarschaft zur Mühle befand sich früher die Wasserburg Schune. Zu jeder Burg gehörte eine Mühle, um die Besatzung mit Mehl zu versorgen. Wann die Burg Schune entstanden ist, wissen wir nicht. Es mag um das Jahr 1000 gewesen sein. 1258 überließ Heinrich von Oldenburg, der inzwischen die Burg auf dem Amtshausberg gebaut hatte, Burg und Mühle dem neu gegründeten Kloster Segenstal. Den Nonnen wurde es aber so dicht an der Weser zu ungemütlich. Sie siedelten nach etwa 30 Jahren um zum St.-Stephans-Kirchplatz.

 

Die Burg zerfiel im Laufe der Zeit und war 1556 nur noch ein Steinhaufen. Die Mühle dagegen blieb. Nach der Aufhebung des Klosters infolge der Reformation wurde sie vom Staat übernommen. Im 18. Jahrhundert mussten Vlothos Bürger ihr Korn hier mahlen lassen, während Valdorf und Exter auf die vor kurzem abgebrannte Platten- oder Krügers Mühle (auf der Horst, heute Herforder Straße) verwiesen wurden. Später wurde die Erbpacht aufgehoben und die Mühle Privatbesitz häufig wechselnder Müller.

Von ihnen berichten die nun aufgefundenen Fundamente in der Nähe der Mühlenstraße nicht. Aber auch über die Baugeschichte geben sie nur wenig Auskunft ; denn hier ist

noch viel mehr gebaut worden als z. B. auf dem Amtshausberg, wo die gezielten Ausgrabungen auch nur wenig Aufschluss brachten.

Mehr erfahren wir aus den schriftlichen Überlieferungen. Die erste Nachricht von einem Erneuerungsbau der Mühle stammt noch aus der Klosterzeit. Im Jahre 1514 wird in einem Verzeichnis der Klostergüter an erster Stelle die

Mühle genannt. Darin heißt es, dass die Mühle vor der Burg Schune in der Stadt Vlotho mit dem dazu gehörigen Teich von der Äbtissin Ilsabein von Hilferdingen um 1423 erbaut worden sei. Im Gegensatz zu später gab es damals noch einen Mühlenteich, der das zum Antrieb der Mühlräder notwendige Wasser lieferte. Das Mühlenstauwehr an der Weserstraße ist demnach erst später entstanden. Es wurde oft bei Hochwasser zerstört.

1556 hatte die Regierung in Düsseldorf eine Bestandsaufnahme aller Mühlen in der Grafschaft Ravenberg veranlasst. Man stellte fest, dass die Vlothoer Mühle ganz baufällig sei und erneuert werden müsste, mit Kalk aus Herford und „Duffstein", wie man damals die „Horststeine" bezeichnete.

1682 war wieder ein Neubau  nötig. Besonders großen Schaden richtete ein Gewitter mit Wolkenbruch in der Nacht vom 2. zum 3. Juli 1769 an. Der Forellenbach riss nicht nur die Brücke in der Weserstraße mit dem Stauwerk fort, sondern auch den größten Teil der massiv gebauten Mühle aus ihrem Fundament. Auch das Wohnhaus des Chirurgen Wittler links vor der Brücke (heute Einfahrt zur Bauschlosserei Weber, Weserstraße  8a) wurde mit allem  Inhalt zur Hälfte fortgerissen.

Ein weiteres Hochwasser im Jahre 1774 legte die Mühle wieder für längere Zeit still. Der letzte Erneuerungsbau folgte schließlich im Jahre 1823. Hundert Jahre später brannte die Mühle am 16. Juli 1928 ab.

Übrig blieb, das 1892 entstandene Sägewerk. Mit dem ganzen Gelände wurde es 1964 an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe verkauft, der die Sägemühle 1968 abbrechen ließ.

 

Zur Erläuterung der Zeichnung sei noch hinzugefügt, dass die Verbindung der Mühlenstraße  (es ist übrigens der älteste Straßenname von Vlotho)  zur Bismarckstraße erst im Jahre 1864 hergestellt wurde.