Fortsetzung

 

Seitdem arbeitete der Gastwirt mit einem Team aus vier Mitarbeitern zusammen. Seine langjährige Erfahrung als Hotelbesitzer berechtigt ihn auch, Lehrlinge auszubilden. Aus der Ehe mit seiner Frau Doris wurden eine Tochter, Ina (1964), sowie ein Sohn, Timm (1967) geboren. Doris war ein fleißiger Rückhalt im Betrieb. Besonders beliebt, nicht nur für Vlothoer Bürger, waren die vielen Familienfeiern. In den guten Zeiten bot das Hotel seinen Gästen, neben einem wundervollen Ausblick, Räumlichkeiten für Tagungen und Festlichkeiten aller Art, einen Bier- und Cafégarten und vier eigene Kegelbahnen. Kulinarisch verwöhnt wurden Wilhelm Uekermanns Gäste mit saisonbedingten Spezialitäten wie Spargel, Wildbret und frischen Waldpilzen.

 

 

Wendepunkt

Bis Anfang 2009 war die Welt auf dem Winterberg noch halbwegs in Ordnung. Noch von einer längeren Krankheit gezeichnet, hatte der Gastwirt zum 1. Februar einen Pächter gefunden. Doch bald schon stellten sich mit dem Pächter Schwierigkeiten ein.

Schild über der Eingangstür 1957

Der Besitz war inzwischen hoch verschuldet und sollte versteigert werden.

 

Am Tag vor der angesetzten Zwangsversteigerung sei er »durch den Wind« gewesen. Der 72-jährige Gastwirt sprach im Gericht von »tiefer Verzweiflung«. Er habe gefrühstückt, Tee getrunken und schließlich das Teelicht in den Sack mit dem Plastikmüll geworfen. So soll das Feuer am 24. November 2009 entstanden sein. Dieses breitete sich aus und zerstörte große Teile des Dachstuhls. Das Löschwasser trug letztlich dazu bei, dass der Komplex unbrauchbar wurde.

Nach dem Feuer im Dachgeschoss vom Hotel Fernblick ist Wilhelm »Helmi« Uekermann 2012 in zweiter Instanz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Gastwirt wollte hier gerne Seniorenwohnungen entstehen lassen, doch daraus wurde nichts mehr.

 

Am 27. Oktober 2012 war ein zweiter Versteigerungstermin angesetzt, zu dem drei Interessenten erschienen. Schließlich erhielt Friedrich-Wilhelm Biermann für 100.000 Euro den Zuschlag. Friedrich-Wilhelm Biermann lebt in Bad Salzuflen. Als Junge habe er gerne seine Großmutter auf der Ebenöde besucht und Vlotho als eine schöne Stadt kennen gelernt. 1938 haben seine Eltern auf der Burg geheiratet: »Damals gab es noch Schiffsverkehr auf der Weser und den Kindern wurde von den Rittern auf der Burg erzählt.« In den sechziger Jahren habe er vorgehabt, gemeinsam mit seinem Vater auf der Ebenöde zu bauen, doch der Plan habe sich zerschlagen.

Zurück zum Berghotel Fernblick: »Eine Sanierung lohnt sich nicht. Es tut mir weh, aber das hier ist

Friedrich-Wilhelm Biermann

 am 3.Oktober 2012

nicht mehr zu retten«, sagte Friedrich-Wilhelm Biermann. Der Abriss des gesamten Gebäudes fand im Herbst 2013 statt.

 

 

Foto: 2015

 

Foto: 2018

 

Seitdem sprießen Gras und Wildpflanzen auf dem Grundstück, welche allerdings stetig niedrig gehalten werden. Ob es eines Tages noch zu Bebauung des Grundstücks kommt, ist zurzeit noch ungewiss. Seit 2015 wird das Grundstück erfolglos zum Kauf angeboten. Trotz mehrerer Interessenten hat Friedrich-Wilhelm Biermann noch keinen Käufer gefunden, der am gesamten Grundstück interessiert ist.

 

Text: 2018

 

 

 

 

Nach dem Anbau des Restaurant im Jahr 1962 konnten die Gäste die Aussicht ins herrliche Wesertal genießen. Die sw-Aufnahme ist aus dieser Zeit. Die Farbaufnahme entstand 1966.

 

 

Das war die Innenaustatung 1989. Ein vornehmes Restaurant der Extraklasse.

 

 

Eingangsseite "Berghotel Fernblick"

 

 

Das Berghotel Fernblick von der Nordseite. Nachdem das Restaurant (links) 1962 angebaut wurde, folgte um 1979 eine weitere Erweiterung durch Anbau eines Saals und mehrerer Garagen. Foto: 1979.

 

 

Der Anfang vom Ende.

Am Morgen des 24. November 2009 beim schnellen Eintreffen der Feuerwehr brannte der Dachstuhl schon in hellen Flammen (Foto). Die Löscharbeiten zogen sich in die Länge, weil sich immer wieder sich neue Glutnester entfachten.

 

 

Das Ende.

Das Hotel wird abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht.

Foto: 15. Januar 2016.